Bei Zwerggarnelen unterscheidet man zwischen zwei Fortpflanzungstypen, dem spezialisierten und dem primitiven.

Garnelen des spezialisierten Typs, z.B. Fire-, Crystal Red-, Bienen-, White Pearl-, oder Rückenstrichgarnelen, tragen je nach Art 20 - 50 Eier bis zu  4 Wochen lang an den Schwimmbeinen, aus denen fertig entwickelte circa 2 mm große Junggarnelen schlüpfen. Arten dieses Typs lassen sich relativ leicht nachzüchten und die Jungtiere erfreuen den Besitzer sehr bald durch einen hohen Wuselfaktor.

Red-Fire-Garnele mit zahlreichen Eiern an den Schwimmbeinen

White-Pearl-Garnele mit einigen wenigen Eiern, nachdem bereits etliche Junge geschlüpft sind

Voraussetzung für eine erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere ist allerdings in der Regel ein Artenbecken. In Gesellschaftsbecken besteht immer die Gefahr, dass die Garnelenbabies von Fischen als willkommene Mahlzeit angesehen werden, auch wenn eine dichte Bepflanzung Schutzräume für die Kleinen bieten kann. Selbst der friedlichste Fisch wird alles fressen, was ihm ins Maul passt ungeachtet der Tatsache, dass er mit erwachsenen Garnelen harmonisch das Aquarium teilt.

Etwa eine Woche alte Junggarnele im Vordergrund neben einem ausgewachsenen Tier, das Eier trägt; die Originalgröße der erwachsenen Garnele ist ca. 2,5 cm

Beim primitiven Fortpflanzungstyp, z.B. bei Amano-, Nashorn-, oder Fächergarnelen, werden mehrere hundert Larven ins Wasser abgegeben, die sich ebenfalls in Eiern, an den Schwimmbeinen getragen, entwickeln. Sie benötigen zur Entwicklung Brack- bzw. Meerwasser und können im Süßwasser nur wenige Tage überleben. In der Natur werden sie durch die Strömung der Flüsse ins Meer gespült, wo sie das entsprechende Nahrungsangebot vorfinden und mehrere Entwicklungsstadien durchlaufen. Als fertig entwickelte  Junggarnelen wandern sie dann wieder flussaufwärts ins Süßwasser.

Amano-Garnele, bei der deutlich einige hundert winzige schwarze, an den Schwimmbeinen angeheftete Eier zu sehen sind

Eine Nachzucht ist nach unserem Kenntnisstand erst bei wenigen in Aquarien gehaltenen Zwerggarnelenarten des primitiven Fortpflanzungstyps gelungen. Sie erfordert ein entsprechend vorbereitetes zusätzliches Salzwasserbecken, in das die Larven überführt werden können, ein spezielles Nahrungsangebot und wohl auch etwas Glück.

Die Larven benötigen ca. 5 Wochen bis sie ihre Entwicklung zur fertigen Junggarnele abgeschlossen haben. Diese können dann wieder in ein Süßwasserbecken umgesetzt werden.

[Home] [Garnelenhaltung] [Bepflanzung] [Futter] [Vermehrung] [Vergesellschaftung] [Technik] [Angebote] [Kontakt] [Impressum]